Dupuytren`sche Kontraktur (krummer Finger)
Was ist die Dupuytren`sche Kontraktur?
Früher hat man angenommen, dass es sich bei der Dupuytren`sche Kontraktur um eine Verkürzung der Beugesehnen handelt. Doch heute weiß man, dass die Dupuytren`sche Kontraktur eine Erkrankung der Hohlhandfaserplatte (Palmaraponeurose) ist, die jeder Mensch in seiner Hohlhand hat. Dabei handelt es sich um bindegewebige Fasern, die zwischen der Haut und der Handmuskulatur liegen. Bei der Dupuytren`sche Kontraktur fangen nun die Bindegewebsfasern (Kollagenfasern) in der Hohlhandfaserplatte an, zu wachsen (siehe Abbildung). Hierdurch entstehen derbe Knoten und Stränge in der Hohlhand und an den Fingern. Im Laufe der Zeit schrumpfen die Fasern und ziehen sich zusammen. Hierdurch verkürzen sich die Stränge entlang der Finger. Es entsteht eine zunehmende Krümmung (Beugestellung) der Finger mit einer fortschreitenden Behinderung der Hand.
Wie sieht die Dupuytren`sche Kontraktur aus?
Klinisch finden sich derbe Knoten und Stränge in der Hohlhand und an den Fingerbeugeseiten. Zuweilen entstehen zusätzlich Hauteinziehungen. In Hohlhandmitte und über dem Kleinfinger können die Knoten beträchtliche Größe erlangen und dadurch Beschwerden beim festen Zufassen und Zugreifen verursachen. Unbehandelt kommt es im allgemeinen zum Fortschreiten der Kontraktur, d.h. die Finger werden durch die Stränge zunehmend in Richtung Hohlhand gezogen und können nicht mehr gestreckt werden. Im Spätstadium sind die Finger in der Hohlhand regelrecht in Krümmung fixiert und können beim Öffnen der Hand nicht mitbewegt werden. (siehe Abbildung). Die Hand wird schließlich gebrauchsunfähig. Meist sind der Ringfinger und der Kleinfinger betroffen, selten ist der Mittelfinger betroffen. Zuweilen kann die Kontraktur auch am Daumen oder in der 1.Zwischenfingerfalte auftreten.
Wer ist betroffen?
Betroffen sind überwiegend Männer zwischen 50 und 70 Jahren. Mit fortschreitendem Lebensalter tritt die Erkrankung häufiger auf. Jüngere Männer können allerdings - wenn auch deutlich seltener - betroffen sein. Die Erkrankung verläuft in solchen Fällen dann aber häufig aggressiver. Auch Frauen können selbstverständlich eine Dupuytren`sche Kontraktur entwickeln.
Wodurch entsteht die Erkrankung?
Es gibt keine eindeutige auslösende Ursache für die Entstehung dieser Erkrankung. Mehrere Faktoren können allerdings das Auftreten der Dupuytren`sche Kontraktur begünstigen. Zum einen ist dies die Vererbung. Die Erkrankung findet sich familiär gehäuft und wird durch eine genetische Veranlagung weitergegeben. Hinzu kommen chronische mechanische Irritationen der Hand, Diabetes mellitus, Verletzungen der Hand und andere.
konservative Behandlung:
Es gibt eine Vielzahl von Therapieversuchen wie Injektionen verschiedener Medikamente (z.B. Cortison), Röntgenbestrahlung, Ultraschallanwendung, Einnahme von Vitamin E, Schienung und andere. Aber leider haben sich die konservativen (nicht-operativen) Therapieansätze nicht bei der breiten Masse der Patienten bewährt, so dass eine Operation doch noch erforderlich ist.
Die Operation:
Derzeit ist die Handchirurgische Operation die Therapie der ersten Wahl, da sie am meisten Aussicht auf Erfolg hat. Häufig wird eine zickzackförmige Schnittführung gewählt. Die derben Knoten und Bindegewebsstränge in der Hohlhand und an den Fingern werden hierbei mit sehr feinen chirurgischen Instrumenten entfernt. Häufig ist es erforderlich, die Stränge und Knoten aus dem Gewebe und von den unmittelbar benachbarten Gefäßen und Nerven sorgsam herauszulösen.
Nach der Operation erfolgt in der Regel, je nach Befund eine Ruhigstellung im Gipsverband für ca. 1-2 Wochen. Die eingebrachten Fäden werden nach 2-3 Wochen postoperativ entfernt. Nach Gipsentfernung sind regelmäßige und konsequente selbsttätige Übungen für ein gutes OP-Ergebnis unverzichtbar.